im 21. jahrhundert scheint ein leben ohne fernseher schier unmöglich. der meinung war ich auch lange. jahrzehnte lang sogar. doch nach ein wenig eigenreflexion kam ich mir zuliebe zu dem schluss, dass jetzt endlich mal eine pause angesagt ist.
seit nunmehr 8 wochen lebe ich lustig und fröhlich in den tag hinein.
ohne tv.
und ja, ich lebe noch!
ohne erschreckend monotone nachrichten, mühsame werbeblöcke oder sendungen, die
- das perfekte leben suggerieren
- scheinbare mängel in meinem leben aufdecken
- meine wert- und moralvorstellungen auf subtile weise konditionieren wollen
- ich aus angst vor meiner realität dazu nutze, um mich ja nicht mit mir auseinandersetzen zu müssen
sternstunden
in einer allgemeinen stimmung der passivität oder auch nostalgie vermisse ich hie und da ein paar dinge wie die thementage auf 3sat oder dieses und jenes auf arte. leider sind die qualitativ hochwertigen formate / filme / dokus dermassen dezimiert worden, dass sie in der fülle untergehen. und die quantität erschlägt einen mit
- gefilterten neuigkeiten aus der welt (schon mal die zyklen der nachrichten aufmerksam beobachtet und hinterfragt? …)
- oft aufdringlichen werbebotschaften, die mit der realtiät wenig gemein haben (liebe marketer, was geht mit euch? und sagt jetzt bitte nicht, die agentur hat’s so vorgeschlagen… funktioniert auch vice versa.)
- unglaublichen klischees und stereotypen.
serien / filme / sonstiges geflimmere gibts in ausgewählter form und gewünschter dosis. internet, dvd’s und kino haben doch alles zu bieten. nämlich das was ICH sehen will. ein wenig eigenverantwortung tut da schon gut.
resüme: mach mal (tv)pause. ich kann’s jedem nur empfehlen der einen keim an unzufriedenheit in bezug auf seinen tv konsum in sich trägt. ein wenig mut zur selbsterfahrung und neugestaltung der freien zeit gehören dazu.
und plötzlich bekommt 20.15 uhr eine neue dimension… nämlich jeden tag eine andere. und interessanterweise ist sie nicht in eine schablone von 90 minuten gepresst.
und die protagonistin, die bin ich.