es war wieder einer jener abende, der schwer einzuschätzen war. wieder lag diese spannung in der luft, jene die sich anfangs durch eine fast beängstigend unruhige grundstimung offenbart. begegnungen, ereignisse oder einfach nur das 0815-programm, meine gedanken wollten sich noch nicht festlegen.
ankommen.
beim betreten des lokals verschwand die spannung im durcheinander des rauch- und stimmengefüllten raums. neugierde gemischt mit offenheit machte sich stattdessen breit, das gefühl sich auf situationen und orte einfach einzulassen. ich ließ meinen blick über vollbelegte tische und nischen schweifen und entdeckte auch schon mein begleiterin, die bereits ungeduldig an der bar wartete und mir ein bier entgegenstreckte. der schaum hatte sich schon stark gesenkt, aber wenigstens prickelte es noch. sie beschlossen an der bar zu bleiben und verloren sich bald in angeregten gesprächen.
klassisch.
neben ihnen hatte sich eine kleine männerrunde eingefunden. es dauerte nicht lange, bis der erste fragte, wo man denn anschließend noch hingehen könne? schließlich seien sie alle nur übers wochenende hier.
sympathisch, unaufdringlich und einfach klassisch aus der weiblichen perspektive, so könnte man die erste begegnung beschreiben.
das bargeflüster entwickelte sich überraschend fröhlich und unverfänglich. bald gesellte sich auch noch ein vierter dazu und es schien, als ob man bereichernden urlaubsbekanntschaften auch zu hause, in der eigenen stadt begegnen kann.
überraschende statements.
bald waren die restlichen barbesucher nur noch statisten, die die geräuschkulisse und die „da-war-echt-viel-los“-atmosphäre erzeugten. der mann des ersten schrittes verblüffte immer wieder durch statements, die im bargeflüster sehr amüsant wirkten:
„habt ihr kinder? … … nein? echt nicht? ihr seid die ersten beiden mädels in meinem alter, die ich seit langem treffe, die nicht alleinerziehend sind.“
okay?
okay.
zu späterer stunde stand er dann da, begutachtete mein outfit und sein blick verfing sich an meinem schwarzen, schlichten schal.
er bat mich, ihn kurz haben zu dürfen. ich nahm ihn ab und reichte ihn überrascht hinüber. und da stand er nun, und schnupperte verzaubert an ihm. er reichte ihn an seinen freund weiter und auch bei ihm zeichnete sich ein lächeln auf den lippen ab.
wow, dachte ich mir, darauf wäre ich ja nie gekommen.
erfreulicher ausgang.
nach einigen weiteren bars und biers endete der abend für die vier spät vor einem taxistand. wie solche abende eben manchmal enden. die ausgetauschten nummern erwiesen sich am nächsten tag mit sms-botschaften als richtig und ließen den rückschluss zu, dass bei allen hinter der stirn noch chaos aus benommenheit und unverständlichem flüstern herrschte.